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Benjamin Scharf Gedächtnisturnier

Wir als Eltern von Benni möchten gern unsere Eindrücke vom Gedächtnisturnier am 10.07.21 in München wiedergeben.
Zuallererst vielen Dank an Igors und sein Team für die sehr gute Organisation.
Nachdem wir gemeinsam mit Igors im Februar darüber nachgedacht haben, ein solches Turnier zu veranstalten, hat es uns sehr gefreut, dass dies so schnell zu Stande kam. Auch wir haben uns Gedanken gemacht welchen Beitrag wir zum Turnier beisteuern können. Aber dazu später mehr.

Eine der beiden gastgebenden Mannschaften des TSV Trudering mit Igors vorne in der Mitte

Da wir nicht wussten was uns in der Sporthalle erwartet, waren wir sehr aufgeregt. Doch die Aufregung war schnell verflogen, da wir von allen sehr herzlich begrüßt wurden und uns sofort wohl gefühlt haben im Kreise von Bennis Sportfreunden und deren Angehörigen. Es wirkte wie eine große Familie und wir waren mittendrinn. Wir haben gemerkt, dass Benni auch für seine Freunde beim Basketball unvergessen ist. Er hat so viel Freude am Basketball gehabt und dadurch viele neue Freundschaften geschlossen, das wurde uns beim Besuch in der Halle bewusst. Dieses schöne Turnier war ganz in seinem Sinne und er ist gewiss sehr stolz auf all die Spieler, Schiedsrichter und Gäste, die für ihn dabei waren.

Das Team vom TSV Jahn Freising – Bens früherem Verein

Die Eröffnungsreden zu Beginn des Turniers waren für uns sehr emotional, aber sehr schön, da Benni mit seiner großen Liebe zum Basketball mit all seinen Facetten als Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Freund aufgezeigt wurde. Dafür habt vielen Dank. Es macht uns sehr stolz, dass Benni auch beim Basketball in München und Jena so viele tiefe Spuren hinterlassen hat. Wir haben uns sehr aufgenommen gefühlt im Kreise seiner Sportfreunde und deren Angehörigen.

Überreichen des eigenes für das Turnier angefertigten Stein-Pokals

Zum Abschluss des Turnieres durften wir gemeinsam mit Lena und Igors die Siegerehrung durchführen. Für die Siegermannschaft wurde von unserem Steinmetz ein Pokal nach unseren Vorstellungen gefertigt. Für alle Spieler, Trainer, Schiedsrichter haben wir ein T-Shirt entworfen und mit Hilfe vieler guter Basketballfreunde diese herstellen lassen. Zur Siegerehrung konnten wir allen ein T-Shirt überreichen.

Der Siegerpokal – extra vom Steinmetz angefertigt
Auch eine Mannschaft vom USV Jena war extra angereist – hier bereits in den eigens entworfenen und gedruckten T-Shirts

Wir glauben diese Idee ist bei allen gut angekommen und die Überraschung ist gelungen, zumal wir zwei Tage vorher noch nicht wussten, ob die Shirts zum Termin fertig werden. Dafür danken wir nochmal allen Beteiligten für die große Unterstützung, besonders Bennis sehr gutem Freund Stefan Heist (Heisti), der unseren Entwurf druckgerecht für die Herstellerfirma umgesetzt hat.
Den Abend haben wir gemeinsam mit den Mannschaften und Schiedsrichtern im Biergarten verbracht. Es waren viele schöne und für uns sehr angenehme Unterhaltungen.

Das Benni nicht mehr bei uns ist, ist für uns als Eltern sehr schwer zu ertragen, doch dieser Tag bei Euch in München hat uns Kraft gegeben. Wir haben gemeinsam mit Euch an Benni gedacht und viel über ihn gesprochen. Dafür danken wir allen die dabei waren von ganzem Herzen. Benni hätte ein solches Zusammensein sehr gefallen.
Es war eine rundum gelungene Veranstaltung und vielleicht ist es möglich, das Turnier zu wiederholen.

Liebe Grüße an alle von Bennis Eltern Andrea und Dieter

Lenas und Bens Hochzeitstanz

Corona bedingt mussten wir unsere große Hochzeitsfeier im August 2020 absagen. Wir hatten daher überlegt, unseren Hochzeitstanz nach der standesamtlichen Trauung zu tanzen. Da zu diesem Zeitpunkt jedoch eine Verschiebung der Feier in den Herbst geplant war, haben wir spontan und kurzentschlossen einen Ersatz-Hochzeitstanz einstudiert. Dieser war zu zu Can’t help falling in Love von Elvis Presley und sollte ursprünglich lediglich ein kleiner Vorgeschmack zu unserem eigentlichen (und wesentlich aufwändigeren) Hochzeitstanz zu Can’t take my Eyes of You von Frankie Valli sein.

Leider mussten wir auch unsere Hochzeitsfeier im Herbst wieder verschieben und schließlich ganz absagen, so dass wir nie dazu gekommen sind, unseren „richtigen“ Hochzeitstanz vor Publikum zu tanzen.

Umso schöner, dass wir dieses Video unseres standesamtlichen Hochzeitstanzes haben.

geschütztes Video

Das Video ist passwortgeschützt mit dem Passwort von Bens Trauerfeier gefolgt von der Ziffer 1. Wer es nicht mehr weiß, kann es bei mir erfragen.

Ein Wochenende mit Schokoladentest

Matthias und Rebecca über unser süßes Wochenende im Sommer 2020:

Corona hatte der Hochzeitsfeier von Lena und Ben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da wir beide den Termin selbstverständlich schon seit Langem im Kalender eingekreist hatten, wollten wir es uns nicht nehmen lassen, das glückliche Paar trotzdem zu sehen. Die Züge waren leer, eine Einreise aus der Schweiz noch ohne Quarantäne möglich und so machten wir uns mit reichlich unterschiedlicher, bester Schweizer Schoggi und unserer süßen Hündin Alice im Gepäck auf den Weg nach München. Auf der Agenda standen diverse kulinarische Highlights, sowie ein angemessener Verdauungsspaziergang an der Amper in Fürstenfeldbruck.

v.l.n.r: Brösel, Matthias, Alice, Lena, Ben
hinter der Kamera (offensichtlich): Rebecca

Ben hatte seiner Leidenschaft für Recherchetätigkeiten gefröhnt und einen schmucken Kleinwagen herausgesucht, den die beiden sich kürzlich gekauft hatten. Auf der Fahrt zu besagtem Spaziergang wurden wir über die zahlreichen und wissenschaftlich belegten Gründe dieser optimalen Entscheidung unterrichtet. Trotz des rundum perfektionierten Erwerbs musste Ben sich auf dem Smartphone hin und wieder rückversichern, dass die Neuzugänge unter den Angeboten seine Wahl bestätigten. Nach Abschluss des vorsorglichen und ausführlichen Verdauungsspaziergangs konnte sich den kulinarischen Orgien des Wochenendes guten Gewissens zugewandt werden. Begonnen wurde hier mit einem tollen und leckeren Abendessen im Fürstenfelder, wo Rebecca bereits mit dem Brautpaar nach deren Hochzeit diniert hatte.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen eines von Bens liebsten Themen: Schokolade! Vor dem geplanten Schokoladentasting hatten Ben und Lena mit besten Absichten noch ein Schokoladeneis gezaubert. Nach dieser Einstimmung der Geschmacksknospen auf Kakao konnte der Ernst beginnen. Ben hatte aus der gesamten Qualitätsbandbreite eine Auswahl an sieben dunklen Schokoladen auserwählt und mit einem ausgeklügelten Codierungssystem randomisiert zur Verkostung bereitgestellt.
Zunächst waren die Laien an der Reihe und so bekamen wir die Augen mit Masken verbunden, bevor uns eine Schokolade nach der anderen gereicht wurde. Das Vokabular der Bewertung reichte leider nur von „flach“, über „süß“ bis hin zu „komischer Eigengeschmack“. Gewinnerinnen standen ganz unter dem Motto „Viel Zucker hilft viel“. Rebeccas Magen hatte mittlerweile ein Veto eingelegt und es breitete sich Bedauern über den vorherigen Verzehr des Schokoeises aus. Also wurde schnell an Lena übergeben, die offensichtlich schon mehr Erfahrung mit der Verkostung gemacht hatte und das Spektrum mit Kommentaren zu Geruch, Abgang und Schmelz erweiterte. Letztlich kam der Experte an die Reihe, entlarvte sofort die Sarotti Schokolade: „Trocken, Sarotti? enttäuschender Kakao, gut übertüncht mit Zucker, Aroma okay, wenig Schmelz, klebt am Gaumen“. Bei den anderen Schokoladen wurden fachmännische Schätzungen über Kakaogehalt und -herkunft abgegeben.

Volle Konzentration auf den Geschmackssinn beim Schokoladen Test

Gewinnerin laut allen Teilnehmer:innen war Chocqlate Virgin Cacao 73%, wenn auch mehr als die Einäugige unter Blinden. Matthias widerspricht, fand eigentlich alle annehmbar und ruft bezeichnenderweise Penny Best Moments 74% zur Siegerin aus (Im Vergleich dazu Rebeccas Bewertung: „flach“). Für detaillierte Testergebnisse wende Dich gerne an Lena.

Erstplatzierte Schoggi mit Kommentaren

Mit leicht überfüllten Mägen aber einem Lächeln auf den Lippen machten wir uns auf die Heimreise. Ben hatte uns gezeigt, dass man aus der alltäglichen, unachtsamen Nascherei auch eine bereichernde Wissenschaft machen und mit seinen Freund:innen genießen kann.

Streetball in Jena

Bens Schulfreund Hans-Peter über ihre gemeinsame von Basketball geprägte Schulzeit:

Ich möchte zuerst davon berichten, wie alles begann, wie wir mehr oder weniger alle durch Benni zum Basketball kamen.

In der 7. Klasse kamen wir an der Schule zusammen in eine Klasse. Ein neues soziales Gefüge, alles musste sich erst einmal finden. Benni und ich fanden uns über Sport: Fußball, Radfahren und bei Benni vor allem Basketball. Klar haben wir im Sportunterricht Basketball gespielt, aber so richtig infiziert hat Benni mich und viele andere mit dem Basketball dann nach und nach. Auf seinen Geburtstagen (er pflegte analog zur Queen im Sommer bei bestem Wetter eine Gartenparty zu schmeißen) stand immer ein Korb parat. Es wurde dort auch nie langweilig, denn Benni kannte aus seiner aktiven Trainingszeit lustige Spiele wie Bump, bei denen man gleichzeitig seine Freiwurf-Qualitäten verbessern konnte.

In der Saison 2000/01 habe ich mit Benni mein erstes Basketball-Spiel in der Halle gesehen. Regionalliga Südost, TuS Jena gegen FC Bayern München. Ausverkauftes Haus in der Werner-Seelenbinder-Halle, denn Jena spielte um den Aufstieg und die Bayern waren einer der härtesten Konkurrenten. Ich war sofort fasziniert von der Stimmung, der Atmosphäre und dem Spiel an sich. Nicht wie beim Fußball 90 Minuten auf ein Tor warten, sondern spätestens nach 24 Sekunden ein Abschluss. Benni konnte jede noch so kleine Regel erklären und tat das mit Ausdauer. (Später hat er den Schiedsrichtern auch immer die Regeln zugerufen, wenn sie falsch gepfiffen haben). Wie sich aus dem einfachen Zuschauen ein Fansein und schließlich die Sprungball Ultras entwickelten, erzählt Benni selbst im Podcast. Begeistert vom Spiel sind wir den Jenaer Basketballern durch ganz Deutschland hinterhergefahren und hatten eine Menge Spaß.

Aber auch beim selber Spielen weckte Benni bei mir und vielen Klassenkameraden die Begeisterung für dieses Spiel. Und so verabredeten wir uns an quasi jedem Wochenende in Lobeda auf einem Court an einer Schule. Dort hingen drei Körbe nebeneinander an einer Hauswand, zwei so niedrig, dass man sich den Kopf daran stoßen musste und einer so, dass wir mit ein wenig Anstrengung unsere ersten Dunks landen konnten. Es wurde Streetball gespielt, drei gegen drei, zwei gegen zwei, je nachdem, wie viele gerade da waren. Und im Zweifel eins gegen eins bis die Sonne unterging. Benni hat uns viel (alles!) beigebracht: Den einfachen Korbleger, Box-out beim Rebound, bis hin zum Pick and Roll oder Pick and Pop. Und natürlich Trashtalk.

Der „normale Spielbetrieb“ war wohl nichts für die meisten von uns und so dribbelten wir bevorzugt auf Stein und Asphalt und unser Netz war aus Stahlketten statt Stoff. Wir haben an zahlreichen Turnieren teilgenommen, vor allem bei Midnight Fun. Zu später Stunde hatten wir aber meist wenig Konkurrenz und durften zusätzlich bei den Erwachsenen mitmischen. Auch wenn die in der Regel einen Kopf größer waren, konnte Benni uns als unser Kapitän durch seinen sicheren Wurf und seine schon damals stets positive, motivierende Art mitreißen.

Schließlich spielten wir auch bei „Jugend trainiert für Olympia“ mit und fuhren bis zur Ostthüringen-Meisterschaft, davon berichtet Der sauberste Sprungwurf. Die Abizeitung fasst Bennis Basketball-Wut wie folgt zusammen: Er hat „es geschafft, sein wichtigstes Hobby – Basketball – in der Klasse wie eine Krankheit zu verbreiten, sodass ein großer Teil der Klasse oft und ein kleinerer Teil andauernd Basketball spielt.“

Auch während Zivildienst und Studium trafen wir uns immer wieder auf dem Court, auch wenn es nach und nach weniger wurde. Schließlich wurde im Basketball-Fanclub von Science City Jena, D-Fans! Jena, beschlossen, ein paar Runden gepflegt Basketball zu spielen. Auch hier nahm Benni wie selbstverständlich die Führungsrolle ein. Als Mannschaft dachten wir laut darüber nach, in den Ligabetrieb einzusteigen. Nachdem wir aber von Midnight Fun V und dem FV Spezi in Testspielen abgekanzelt wurden, verlief sich das leider im Sande. Benni professionalisierte danach sein Spiel beim USV. Die meisten anderen rosteten derweil ein. Die Liebe zum Spiel hat aber keiner verloren.

Zeitschrift Ausgaben der Sprungball Ultras Jena

Im folgenden findest Du einige der Ausgaben des Kernbergecho, das Infozine des von Ben gegründeten Basketball Fanclubs Sprungball Ultras Jena.

Eine Sonderausgabe mit Erinnerungen an Ben findest du hier.

Der sauberste Sprungwurf

Eine Erinnerung von Hans-Peter

Igors‘ Geschichte über Bennis Zeit beim TSV Trudering hat mich daran erinnert, wie wir zu Schulzeiten unser erstes richtiges Turnier gespielt haben und wie Benni schon damals wahnsinnig gut andere Menschen motivieren konnte.

Es muss in der 9. oder 10. Klasse gewesen sein und wir waren bei der Stadtmeisterschaft für „Jugend trainiert für Olympia“. Dort haben wir tatsächlich gewonnen (die Jungs vom Mathegymnasium!) und uns für die Ostthüringen-Meisterschaft qualifiziert. Dafür mussten wir nach Greiz fahren. Im Spiel gegen die Gastgeber hatte ich einen schwierigen Sprungwurf aus der Mitteldistanz von der Seitenlinie getroffen. In der darauf folgenden Auszeit kam Benni und sagte (worauf ich noch heute stolz wie Bolle bin): „Das war der sauberste Sprungwurf, den ich je gesehen habe.“ Und er hatte sicher damals schon viele gesehen 🙂

Nachruf an „Dr. Ben“ – Kapitän- Trainer – Freund

Lieber Benjamin,

in der letzten Zeit hatte ich einen starken Wunsch, einen persönlichen Abschied von Dir zu nehmen, Dir die letzten Worte von ganzem Herzen zu sagen. Nochmal zu sagen, wie lieb ich dich habe und wie sehr Du mir fehlen wirst. Noch an Deinem letzten Tag sprachen wir miteinander und ich fürchtete: das ist das letzte Mal. Doch man kann sich nicht von einem verabschieden, der lebt, der Interesse zeigt, der Hoffnungen hat. Also hieß es: „Mach’s gut, Benjamin!“.

Ich verabschiede mich also jetzt. Und mit mir verabschieden sich von Dir die Leute, mit denen wir Seite an Seite die vielen schönen Basketballmomente gemeinsam erlebten: Andi, Achim, Ruben, Konrad, Hamza, Berkant, Hugo, William, Fabian, Dwanis, u.a.

Was uns mit Dir in den letzten 3-4 Jahren zusammenhielt, war der starke Kameradschaftsgeist. Mag sein, dass manche zum Training kommen, um ein bisschen Spaß zu haben. Doch Du und wir, deine Nächsten, hatten nur Spaß, wenn wir alles gaben, um besser zu werden. Was Dich und uns geeint hat – wir haben diesen Basketball, diese „Freizeitbeschäftigung“ verdammt ernst genommen.

2016/2017

Am Anfang, als ich Ende 2016 zum Verein kam, stritten wir viel. Wir hatten zwar einen stabilen Mannschaftskern, doch es fehlte die Einigkeit. Die Trainings waren chaotisch, zu Ligaspielen bekam man schon mal nicht genug Leute zusammen. Speziell die schwächeren Spieler wie ich, kriegten einiges von Dir ab. Du hast uns dann schon gesagt, wie schlecht gerade der Pass, der Wurf, der Spielzug war! Und Du hast uns das so direkt ins Gesicht gesagt, dass es nicht mehr lustig war. Und wir stritten und wir waren sauer und mancher ist gegangen. Doch die, die geblieben waren (Du und wir!), haben sich zusammen gerauft. Wir wollten ja alle nur das Eine – zusammen kämpfen und zusammen gewinnen.

Mitte 2017 änderte sich dann alles. Wir erlebten zwei unvergessliche Basketballjahre und Du warst die maßgebliche Person. Zunächst kam im Frühjahr Janin und wurde unsere Trainerin. Ihr habt zwar gemeinsam mit uns die Strategie und Taktik in Trainings und Spielen ausbaldowert, doch hattet ihr offensichtlich auch regelmäßig unterschiedliche Meinungen. Doch Du achtetest peinlich darauf, ihre Autorität in den Trainings nicht zu untergraben. Unter Janin lehrte unser Team etwas ganz Wichtiges: Disziplin. Das tat dem Team sehr gut. Die Mannschaft begann zu gewinnen.

Doch es gab immer noch Uneinigkeiten, auch zwischen Dir und mir. Einmal war ich – weil Du mich während des Trainings stets kritisiert hattest – so sauer auf Dich, dass ich Dich nachher in der Garderobe beinahe geprügelt hätte. Ich brüllte und zeterte auf Dich los, Du schwiegst nur. Ich war überrascht. Ich war so wütend, dass eine Prügelei förmlich in der Luft lag, doch Du schwiegst nur weiter. An diesem Tag habe ich zum ersten Mal einen anderen Benjamin Scharf kennengelernt. Du reagiertest nicht so wie ich erwartet hatte: also warst Du auch nicht so wie ich mir gedacht hatte! Ich hatte Dich für arrogant gehalten und manche anderen taten es auch. Doch nun sah ich, dass Du einfach nur für dieses Spiel brennst und einfach nur keine Geduld mit uns hast. Ab dann bekam unser Team zunehmend eine andere Dynamik.

Im Mai 2017 wurde ich nach nur einem halben Jahr beim Verein zum neuen Abteilungsleiter gewählt. Ich hatte ja keine Ahnung von dieser Aufgabe, doch sonst wollte dies ja niemand tun! Du hast Dich bereit erklärt, mir zu helfen und wurdest mein Vertreter. Für die nächsten drei Jahre hat unsere Abteilung eine unglaubliche Wucht bekommen! Drei Jahre, die wir alle nie vergessen werden.

2017/2018

Im Juli 2017 spielten wir ein Sommerturnier in Schwindegg, der Heimat von Achim. Wir haben zwar alles verloren, doch das war die große Geburtsstunde unseres Teams.

Schwindegg im Sommer 2017

Bei diesem Turnier hatten wir einen Riesenspaß miteinander, wir haben uns zusammengefunden. Die Jüngeren und die Schwächeren wurden integriert. Janin und Du habt uns angeführt. Während der Spiele hast Du mich immer wieder gelobt, aufgemuntert, hattest mir wichtige taktische Anweisungen gegeben. Das hatte mich förmlich überwältigt. Endlich fühlte ich mich angenommen! Ab dann wusste ich: ich würde für Dich „Gras fressen“. Am Abend danach schrieb ich an Janin eine SMS, da ich Deine Telefonnummer noch nicht hatte: „Sag Benjamin, dass es schön war mit ihm zu spielen. Er ist ein richtige Mannschaftskamerad für mich!“

Das war ja erst kurz nach dem Streit in der Garderobe. Ich wusste nun: mit Dir kann man wie mit keinem anderen diskutieren oder gar streiten. Du nahmst nichts persönlich und hörtest genau zu. Du warst in der Lage, den wahren Kern des Konflikts zu erkennen und Dich bei Bedarf entsprechend anzupassen. Diese Eigenschaft habe ich bei Dir bis zum letzten Tag besonders hoch geschätzt. Ich wusste nun, wie ich die ganz wichtige Verbindung zwischen Deinem Wissen und Deiner Leidenschaft einerseits und der Mannschaft andererseits aufbauen kann! Ich sprach nun viel vor allem mit unseren Leader – Hamza und Andi. Die beiden kamen manchmal mit Deiner Kritik nicht klar und das hemmte die Mannschaft. Ich meinte in zahlreichen Gesprächen mit  beiden, dass sie Dich konfrontieren müssen, falls es für sie zu viel Kritik würde. Das funktionierte. Binnen eines Jahres haben wir alle ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, das uns weit gebracht und uns zu einer unvergesslichen Freundschaft verholfen hat. Und dann noch dieses Gefühl: „Sachen wie echte Männer lösen zu können!“ Geil!

In der Saison 2017/2018 waren wir in der Kreisklasse A nicht aufzuhalten. In diesem Jahr begannen wir die Tradition, nach den gewonnen Spielen Mannschaftsfotos zu schießen. So entstanden unvergessliche Bilder, die wir alle so lieben. Ich schrieb nun regelmäßige Spielberichte in unserem Chat und Artikel in der Vereinszeitschrift. Wir hatten alle viel Freude mit einander. Wir stiegen auf!

Aus der Saison 2017/2018. Aufsteiger in die Kreisliga B!

2/2018. Artikel in der Vereinszeitschrift

2018/2019

Nach der gewonnen Saison 2017/2018 war die Aufregung groß. Schaffen wir das in der höheren Liga? Zwei wichtige Spieler –  Tourane und Achim – verließen uns. Hugo, William und Felix kamen. Vor der Saison setzte sich die Mannschaft zusammen (s. Bild). Wir versammelten uns bei mir zu Hause, weil ich gern alle eingeladen hatte. Wir entwarfen einen Plan, wie wir als Mannschaft funktionieren wollen und wir wählten Dich zu unserem Kapitän! Andi und Hamza wurden zu Deinen Vertretern.

Sitzung der Herrenmannschaft vor der Aufstiegs-Saison 2018/2019. Beim Vorlesen des Strafkatalogs. Benjamin wird zum Kapitän gewählt

Später traf sich der gesamte Vorstand regelmäßig bei mir zu Hause. Manche waren von solchen Sitzungen gar nicht begeistert. Doch Du kamst immer und bliebst danach gern noch als Letzter zu einer Nachbesprechung. Für mich war damals klar: Du bist das Hirn unserer Abteilung! Zu diesem Zeitpunkt waren wir beide beim TSV Trudering unzertrennlich.

Vor der Saison, im Oktober 2018, schrieb ich einen Artikel für die Vereinszeitschrift, der wegen Überlänge nicht veröffentlicht wurde. Ich nannte ihn „Die Aufsteiger. Eine Liebeserklärung an meine Mannschaft“. Darin beschrieb ich alle Mitspieler aus meiner Sicht. Zu Dir schrieb ich folgende Zeilen:

Benjamin, „der Hirni“. Benjamin, den wir Benji (mit englischem „j“) nennen, ist unser Kapitän. Er ist Mathematiker und der schlauste in der Mannschaft. Er ist so klug, dass er oft darunter leidet, mit weniger intelligenten Spielern zusammen spielen zu müssen. Auch wir wissen es und sind umso dankbarer, dass er uns zu anderen Höhen führt. Benji ist ein verbissener Kämpfer, sein Siegeswille ist enorm. Sitzt er mal auf der Ersatzbank, rauft er sich die Haare und kaut nervös an den Fingernägeln. Kein Fehler seiner Mannschaftskameraden entgeht ihm und das kriegen wir dann auch mit. Doch kein anderer ist so stolz auf uns, wenn wir siegen. Wenn es kritisch wird, lässt sich unser Kapitän überraschende Spielzüge einfallen und übernimmt immer die Verantwortung. Er ist ein Meister im Vortäuschen gegnerischer Fouls. Er ist einfach nur schlau“

Was danach folgte, war die schönste Saison unseres Lebens. Wir starteten mit zwei Niederlagen und einem Sieg am grünen Tisch. Ich weiß noch, wie sich die Mannschaft nach den ersten zwei Niederlagen vor dem Auswärtsspiel in Ismaning am Truderinger Bahnhof traf. Dort erfuhren wir, dass das Spiel abgesagt wird und wir den Sieg zugeschrieben bekommen. Was für eine Enttäuschung! Wir waren so heiß darauf, zusammen zu spielen! Noch heute spüre ich den unerträglichen Schmerz, der sich breit machte: man hatte uns das Schönste genommen – zusammen ein Basketballspiel zu spielen!

Es folgten 8 Siege in Folge. Wow, wow, wow! Was für eine atemberaubende Serie! Vor den Spielen hat sich eine gewisse Routine eingespielt. Andi hatte supercoole schwarze Aufwärmtrikots besorgt. Bei mir stand „Dr. I“ drauf, bei Dir „Dr. Ben“. Ganz schön proletisch! Doch Du mochtest diese banalen Dinge am Basketball: Gegner und Schiedsrichter provozieren, geschmacklose Witze, sinnlose Angebereien, kindische Freuden und folgenlose Aufregungen! Je mehr davon – desto besser! In der Kabine hielt erst Janin, dann Du eine Ansprache. Janin bestimmte die Starter und allgemeine taktischen Vorgaben, Du gabst Tipps zum konkreten Gegner. Danach versammelten wir uns in einem Kreis, umarmten uns. Andi machte AC/DC an und heizte uns mit kämpferischen Parolen ein. Danach liefen wir in unseren coolen schwarzen Aufwärmtrikots in die Halle. Mann, Mann, Mann! Gänsehaut!

Wir schlugen nacheinander München-Basket, zwei Mal Höhenkirchen, zwei Mal Wolnzach, zwei Mal Dorfen und noch Paffenhofen. Plötzlich war der zweite Aufstieg in Folge zum Greifen nahe. Der absolute Höhepunkt war das Auswärtsspiel in Wolnzach kurz vor Weihnachten 2018. Janin war nicht da, Du warst verletzt und hast uns als Coach angeführt. Wir spielten unser bestes Spiel in 3 Jahren und siegten hoch. Die Mannschaft wer taktisch brillant eingestellt und funktionierte so gut, dass unsere Begeisterung nicht mehr zu stoppen war. Dank Dir erlebte ich bei diesem Spiel meinen schönsten Moment in diesem Verein (s. Artikel). Zum ersten Mal hat sich die Mannschaft nach dem Spiel zum Essen getroffen (s. Bild). Die beste Zeit!

Gegen Dorfen auswärts. Wir lagen nach dem ersten Viertel 18 Punkte zurück! Benjamin war Spielertrainer und trieb uns zur Hochleistung an.
Zu Beginn des Spiels machte er Hugo für schlechte Leistungen fertig und der Franzose (Nr. 11) wirkte zunehmend deprimiert. Ich flüsterte Benjamin zu: „Das reicht, Benjamin! Du machst ihn unsicher“. Nach dem nächsten Spielzug holte Benjamin Hugo zu sich und lobte für eine gelungene Aktion. Den Rest des Spiels war Hugo unser bester Mann. Der Gegner wurde geschlagen.
Gegen Höhenkirchen auswärts. Benjamin provozierte den besten Spieler des Gegners zum unsportlichen Foul, so dass dieser der Halle verwiesen wurde. Wir gewannen knapp.
Artikel in der Vereinszeitschrift nach dem Sieg in Höhenkirchen. Meine erste Liebeserklärung an Benjamin.
12/2018 Wolnzach auswärts und das Essen danach. Das beste Spiel des TSV Trudering angeführt vom brillanten Trainer Benjamin Scharf.
Gegen München-Basket zu Hause
Gegen Dorfen zu Hause
Artikel in der Vereinszeitschrift zum Spiel gegen Wolnzach 12/2018. Meine zweite Liebeserklärung an Benjamin.

Dann kam der 05.04.2019. Ich hatte 2 Tickets für das Euroleague Spiel Bayern – Gran Canaria und bin mit Dir zu dem Spiel gegangen. Auf dem Weg zur Halle, auf einer Luftbrücke sagtest Du, Du hättest einen Knoten in der rechten Kniekehle. Nach dem Spiel kam ich zu Dir nach Hause und hatte Dich untersucht, doch eine Idee hatte ich nicht. Das passte alles nicht so recht zusammen.

Nach wenigen Wochen wurde eine Biopsie in Großhadern gemacht. Du riefst mich an und sagtest: „Ein Hellzelliges Sarkom“. An dem Abend hatten wir wohl beide Gleiches getan: wir checkten die in der Literatur angegebenen Überlebensraten. Und sie waren nicht gut. Ich wusste, dass Du sehr viel weißt und viel verstehst. Doch ich konnte Dir nicht das sagen, was ich denke und fühle. Ich sah Deinen nach außen getragenen Optimismus und konnte ihn unmöglich zerstören. Also wurde ich zum Zuhörer und kommentierte so wenig wie möglich aus medizinischer Sicht. Du hattest Ärzte, denen Du vertrautest. Ich versuchte nun, Dich so weit wie ich konnte zu unterstützen doch ich tat mir schwer. Ich war sehr pessimistisch, konnte meine Gefühle jedoch mit niemandem teilen – meine ärztliche Schweigepflicht erlaubte es mir nicht, mit anderen darüber zu sprechen. Nur meine Frau und Janin wussten, was ich denke und wie viel Sorgen ich mir mache. Den Mannschaftskollegen sagte ich nichts, obwohl es mir ein Riesenbedürfnis war, Hamza und Andi Bescheid zu geben. Wie ich, waren die beiden Deine treuesten Jünger zu diesem Zeitpunkt.

Ich gebe zu, mich plagten auch egoistische Gedanken. Ohne Dich fühlte ich mich als Abteilungsleiter nicht so sicher, ich brauchte Deine Ideen. Als Du im August operiert wurdest, habe ich mit Dir im Krankenhaus intensiv Geschicke des Vereins diskutiert und – wie immer – hattest Du Ideen und Lösungen für viele Probleme.

Am Ende der Saison 2018/2019 nach einem Sieg in Haar (Foto) stiegen wir auf und spielten noch im Pokalfinale. Das war schon kurz vor der Bestrahlung. Das Laufen wurde langsam schwieriger für Dich.

Meisterschaftsfoto in Haar 4/2019. Meister der Kreisliga B. Zweiter Aufstieg in 2 Jahren. Hamza hält einen kleinen Keramikpokal, den meine Kinder und ich für Benjamin ausgemalt hatten.
5/2019 Pokalfinale gegen Garching. Markierungen für die Bestrahlung an Benjamins Knie.

2019/2020

Zu Beginn der Saison 2019/2020 spielten wir kurz vor Deiner Operation noch ein paar Trainingsspiele. Die Bestrahlung war schon überstanden und man spürte förmlich, dass Du ab sofort JEDE Gelegenheit nutzest, mit uns zusammen zu spielen. Außer mir wussten keiner, was los ist, also haben wir Dich bekämpft wie eh und je! Und so war es für Dich auch recht! Du warst immer kompetetiv und brauchtest keine Sonderbehandlung.

Im August die Operation. Danach die Reha. Sobald Du es konntest, kamst Du wieder zu uns. Zunächst mit Krücken, dann als Trainer – Du hast uns nun oft in den Spielen mit Janin zusammen gecoacht. Die Spieler liebten es. Dejan, ehemaliger Profi aus Bosnien,  sagte gern: „Ja, ja, Ben hat Ahnung!“.

Weihnachtsturnier des TSV Trudering 2019. Vier Monate nach der Operation. Dieses Trikot wird nun Andi tragen.

Im Januar 2020 spieltest Du wieder in der Liga mit – auch wenn es nur wenige Minuten waren. Wie schön, dass wir von diesem Spiel in Freising ein ganzes Video haben! Du machtest 8 Punkte in 11 Minuten!

Hier noch der Spielbericht von diesem Spiel:

Saison 2019/2020

12.01.2020

TSV Jahn Freising – TSV Trudering I

NameMin**PointsRebAssStealsBlocksTO+/-
4. Igors15:552301014
5. Moritz23:50810101-9
7. Benjamin11:00820102-2
8. Freddy10:302301004
9. William H19:30331021-6
10 Ata18:25530312-5
11.  Hugo10:108010007
12. Hamza38:50:001244004-9
13. Conrad25:45:00781200-13
14. Patrik15:50441100-14
15. Felix11:157301003
Total 6635***811312* 
66:74
* – davon 1 Team Turnover, ** – 1:50 fehlt
Trainer: B. Scharf, J. Eggert, Statistik: I. Iesalnieks

Name2PA2PM2P%3PA3PM3P%FTAFTMFT%Def RebOff RebFouls
4. Igors11100%00200302
5. Moritz3266%5120%3133%104
7. Benjamin3266%1006466%203
8. Freddy3000022100%215
9. William H7114%004125%125
10 Ata3133%1004375%215
11.  Hugo11100%22100%00000
12. Hamza14321%60012650%404
13. Conrad5240%2009333%531
14. Patrik7228%0000135
15. Felix33100%002150%215
Total501836%17318%442148%24***1134
*** – Noch 1 Team Rebound
Bemerkung: im ersten Viertel 2 Defensivrebounds, im zweiten Viertel nur 4 Defensivrebounds. In den ersten 3:55 des dritten Viertels mit der Nr. 12 des Gegners auf dem Platz (Mirza Kospic) dreht sich das Ergebnis von 38:34 für uns in 41:48 für den Gegner. In dieser Zeit kriegen wir kein Defensivrebound.

Im Februar war die zweite Nachsorge geplant. Ich wusste es und wartete ängstlich auf das Ergebnis. Leider hatten sich die Befürchtungen bestätigt: Lungenmetastasen. Die letzten Hoffnungen schwanden nun schnell. Du spieltest im März noch Dein letztes Spiel für Herren 1 gegen München Basket und dann das Allerletzte für das Team 2 gegen Schwabing. Nach dem Spiel in Schwabing saßen wir noch einen Moment in der Garderobe. Wenige Tage später war die Lungenoperation geplant und dann der Lockdown. Ich fürchtete, wir werden uns nie mehr sehen. Ich wollte Dich umarmen und mich von Dir verabschieden. Doch wie konnte ich es tun? Ich konnte doch nicht zeigen, dass ich an Dein Überleben nicht mehr glaube! Du saßest mit gesunkenem Kopf, ich brach schon auf. Ich stand vor Dir und wusste nicht, was tun. Ich berührte Dich und sagte nur noch: „Halte durch!“

Die Pandemie hatte alles irgendwie noch schlimmer gemacht. Ich hatte ein enormes Bedürfnis, Dich zu sehen, doch das war jetzt unmöglich. Wir telefonierten, wir schrieben uns, doch das war mir immer zu wenig. Mich plagte der Gedanke, dass ich Dich nicht mehr sehen und mich nicht verabschieden kann.  Aber sagen konnte ich das nicht. Also versuchte ich nur ein guter Gesprächspartner für Dich zu sein.

Zum Glück, haben wir uns noch mal getroffen. Im September kamst Du mit Lena noch zu einem Testspiel von uns. Wir konnten uns kurz unterhalten. Draußen war es kalt, viel Zeit hatten wir nicht. Dabei würde ich Dich am liebsten zu allen Aspekten des Spiels ausquetschen! Dein Wissen, Deine Meinung waren mir so wichtig.

Im Dezember 2020 schrieb ich in der Vereinszeitschrift die Geschichte unserer Basketballabteilung nieder. Ich ahnte, dass Du nicht mehr viel Zeit hattest, und wollte am liebsten einen Artikel über „unseren Kapitän Benjamin“ schreiben. Doch auch das ging nicht. Ich konnte ja nicht alle meine Gedanken und Trauer aufs Papier bringen, so lange Du lebtest! Da waren aber so viele Dinge, die ich Dir unbedingt sagen wollte! Also habe ich als eine Art versteckte Botschaft nur einen Satz zu Dir geschrieben (s. Artikel). So konnte ich zumindest hier meine Gefühle Dir gegenüber ausdrücken.

Danach nur noch das kurze Witz-Video als Neujahransprache, wo ich noch mal einen Gruß an Dich platzierte – du warst begeistert davon – und dann nur noch die letzten zwei Telefonate…

Ruhe in Frieden, mein lieber Freund! Ruhe in Frieden, unser Kapitän!

Igors Iesalnieks

Abteilungsleiter Basketball

TSV Trudering

Nachruf USV Jena

Mit großer Bestürzung und Trauer haben wir die Nachricht aufgenommen, dass unser ehemaliger Spieler, Trainer und Schiedsrichterwart Benjamin Scharf am 09.01.2021 nach schwerer Krankheit mit nur 35 Jahren verstorben ist. Ben hat eine wichtige Phase der Abteilung Basketball entscheidend geprägt.

Zunächst ab 2007 als Spieler für den USV Jena in der Landesliga aktiv, übernahm er 2010 im durch Abteilungsleiter Christoph Glandt gegründeten Abteilungsvorstand das Ressort Schiedsrichter und kümmerte sich um die Gewinnung und Ausbildung von jungen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern. Sein soziales Engagement ging auch im USV Jena über den Basketball hinaus. Er organisierte zwei Benefizturniere für Sponsoren und Partner, deren Einnahmen jeweils einem guten Zweck zugeführt wurden.

In der Saison 2011/2012 war er als Co-Trainer der ersten Damenmannschaft aktiv und feierte mit dem Team den Aufstieg in die Regionalliga sowie den Pokalsieg. Immer wieder war er auch im Jugendbereich engagiert und übernahm Trainingseinheiten.

2013 verließ er Jena berufsbedingt in Richtung München und hinterließ einen gut aufgestellten Schiedsrichterbereich.

Die Abteilungsleitung, die Trainerinnen und Trainer sowie Spielerinnen und Spieler drücken ihr aufrichtiges Beileid aus und wünschen seiner Frau Lena und allen Hinterbliebenen viel Kraft, um den Verlust zu bewältigen und sich mit Freude an Ben als ehrlichen, aufrichtigen und liebenswürdigen Menschen zu erinnern. Denn…

„Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern.“

Immanuel Kant